Grundlage

Worum geht’s bei diesem Projekt?

 

Die Angebote der IUQ orientieren sich an den Befunden der jüngeren Unterrichtsforschung (gerade auch: Hattie-Studie). Demnach gehört die Lehrperson als souveräne, aktivierende und feinfühlige Führungskraft ebenso rehabilitiert wie fokussiert. „Im Zentrum steht ein Lehrer, für den allerdings seine Schüler im Zentrum stehen. Er muss ihr Lernen sehen können, um sein Lehren daran orientieren zu können.“ (Terhart, 2011)

Diese Position korreliert mit den wissenschaftlich fundierten, d.h. empirisch gut untersuchten „Prinzipien des effektiven Lehrens und Lernens“, wie sie auch dem Programm EMU zugrundeliegen (Helmke et al., im Auftrag der KMK entwickelt, seit 2011 laufend aktualisiert).

Lehrerweiterbildung kann zunächst das relevante Unterrichtswissen der Lehrkräfte aktualisieren; im weiteren wird sie darauf abzielen, die Qualität des unterrichtlichen Handelns zu steigern (Lipowsky & Rzejak, 2017). Letztlich sollte sie sich aber daran messen lassen, inwieweit sie bessere Lernleistungen der Schüler zur Folge hat – oder gar deren Lernmotivation und Sozialverhalten fördert. Denn selbst wenn neue Wissensinhalte und Verhaltensmuster sinnvoll sind: Die Lehrkräfte müssen sie in bereits etablierte subjektive Theorien und stabile Gewohnheiten implementieren.

Unter Motivations- wie Effizienzgesichtspunkten werden folgende Aspekten des Unterrichtens als zentral bedeutsam erachtet:

  • Prinzip und Praxis tiefenwirksamen Klassen- bzw. Plenumsunterrichts (u.a.: direct teaching)
  • alltagstauglicher Umgang mit Leistungsheterogenität
  • Relevanz und Spektrum von Feedbackkultur: von Schülerecho bis kollegiale Hospitation
  • Bedeutsamkeit und Entwicklungsmöglichkeiten der Lehrer-Schüler-Beziehung
  • störungspräventive Klassenführung und der Umgang mit „schwierigen“ Schülern

Lehrkräfte, die sich in diesen Segmenten ihres Berufsfeldes forschungsbasiert wie praxisnah weiterbilden, können vielgestaltig davon profitieren:

  • Befähigung zu lernwirksameren Unterrichtssequenzen
  • Stabilisierung des eigenen Wirksamkeitsempfindens
  • Rehabilitierung pädagogischer Führungsfreude
  • Ausweitung pädagogischen Feingefühls
  • Intensivierung ihrer individuellen Evaluationshaltung

Ein mögliches Szenario hierzu wurde in Schulverwaltung spezial 4/2017 skizziert.